Was eine Fassadeninspektion per Drohne kostet, hängt stark vom Objekt ab: von der Gebäudegröße, der Fassadengliederung und davon, ob neben der optischen auch eine thermografische Aufnahme gewünscht ist. Verlässliche, unabhängig geprüfte Preisstatistiken gibt es dafür nicht – die im Folgenden genannten Zahlen stammen aus der Beobachtung von Anbieter-Websites und sind als grobe Richtwerte zu verstehen, nicht als geprüfte Marktpreise. Wer ein konkretes Objekt vor Augen hat, sollte die folgenden Faktoren deshalb eher als Checkliste für das eigene Angebotsgespräch nutzen als als feste Preistabelle.
Was die Marktbeobachtung zeigt
Laut Anbieterangaben liegen die Kosten für eine drohnengestützte Gebäude- oder Fassadeninspektion grob zwischen 150 und 1.500 Euro. 750 Euro ist laut einem beobachteten Anbieter der Einstiegspreis für die Thermografie kleinerer Gebäude bis etwa 1.000 Quadratmeter Fassadenfläche; bei größeren Gebäuden oder Industrieobjekten liegt derselbe Einstiegspreis bei 1.200 Euro, ein schriftlicher Auswertungsbericht kommt mit ab 250 Euro extra hinzu. Diese Spannbreite erklärt sich vor allem durch den Umfang: Ein einzelnes Einfamilienhaus mit überschaubarer Fassadenfläche liegt tendenziell am unteren Ende, ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus oder ein Gewerbeobjekt mit mehreren Fassadenseiten eher am oberen Ende dieser Spanne. Für eine verlässliche Zahl führt an einem konkreten Angebot für das jeweilige Gebäude kein Weg vorbei.
Objekttyp / LeistungRichtwert laut Anbieterangaben
Kleinerer Umfang, einzelnes Gebäudeab ca. 150 €
Thermografie bis ca. 1.000 m² Fassadenflächeab ca. 750 €
Größere Gebäude / Industrieobjekteab ca. 1.200 €
Zusätzliche Auswertung und schriftlicher Berichtab ca. 250 €
Diese Tabelle bildet die in der Marktbeobachtung genannten Richtwerte ab, keine feste Preisliste – einzelne Anbieter kalkulieren unterschiedlich, und die Übergänge zwischen den Kategorien sind fließend.
Was im Preis meist enthalten ist – und was nicht
Diese Unterscheidung wird beim Anbietervergleich häufig übersehen, ist für die tatsächlichen Kosten aber mindestens so wichtig wie die genannte Preisspanne selbst. Nach den vorliegenden Anbieterangaben deckt der genannte Grundpreis in der Regel den eigentlichen Flug sowie eine einfache fotografische Dokumentation der auffälligsten Stellen ab. Für eine ausführlichere Auswertung – etwa einen strukturierten Bericht mit Einordnung jeder einzelnen Auffälligkeit, wie ihn die VATH-Richtlinie Bauthermografie als Qualitätsmaßstab nahelegt – wird meist ein separater Aufpreis fällig, laut Marktbeobachtung ab rund 250 Euro. Ob Anfahrt, mehrere Anflugtermine bei schlechtem Wetter oder eine erneute Kontrolle im Preis enthalten sind, regelt jeder Anbieter unterschiedlich; das sollte vor der Beauftragung ausdrücklich geklärt werden, damit am Ende keine unerwarteten Zusatzkosten entstehen.
Was den Preis bei einer Fassade konkret beeinflusst
Bei einer reinen Fassadeninspektion spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich im Angebotsgespräch mit einem Anbieter konkret abfragen lassen:
Gebäudegröße und Geschosszahl: Mehr Fassadenfläche bedeutet mehr Flugzeit und mehr auszuwertendes Bildmaterial.
Fassadengliederung: Erker, Balkone, Vor- und Rücksprünge oder eine komplexe Dachlandschaft erhöhen den Aufwand, weil mehr Anflugpositionen nötig sind, um alle Flächen vollständig zu erfassen.
Optisch, thermografisch oder beides: Eine reine optische Sichtprüfung ist günstiger als eine Kombination aus optischer und thermografischer Aufnahme, da Letztere zusätzliche Ausrüstung, spezielle Witterungsbedingungen und eine aufwendigere Auswertung erfordert.
Berichtsumfang: Ein kurzer Fotobericht mit den auffälligsten Stellen kostet weniger als eine ausführliche Dokumentation, die sich an den Mindestanforderungen der VATH-Richtlinie Bauthermografie orientiert.
Erreichbarkeit des Grundstücks: Ist die Anflugstelle gut zugänglich oder muss die Drohne über umliegende Bebauung hinweg starten, kann das die Planung und damit den Aufwand beeinflussen.
Diese Faktoren erklären, warum die in der Marktbeobachtung genannten Preise so breit streuen – ein pauschaler „Preis pro Quadratmeter“ lässt sich daraus nicht seriös ableiten.
Kostenverteilung bei Wohnungseigentümergemeinschaften
Bei einer Eigentümergemeinschaft betrifft die Fassade in aller Regel das Gemeinschaftseigentum. In der Praxis wird eine Fassadeninspektion deshalb meist als gemeinschaftliche Maßnahme behandelt, über die Kosten aus der Erhaltungsrücklage (bis zur WEG-Reform 2020: Instandhaltungsrücklage) oder dem laufenden Hausgeld gedeckt werden, nach vorheriger Beschlussfassung in der Eigentümerversammlung. Die genaue Kostenverteilung innerhalb der Gemeinschaft richtet sich nach der jeweiligen Teilungserklärung beziehungsweise den gesetzlichen Vorgaben zur Kostenverteilung – Details dazu sind Sache der Hausverwaltung und wurden für diesen Artikel nicht im Einzelnen rechtlich geprüft. Für die Verwaltung ist in der Praxis vor allem relevant, den Kostenpunkt frühzeitig in die Tagesordnung der nächsten Versammlung aufzunehmen und mehrere Angebote einzuholen, da sich – wie oben beschrieben – die Preise je nach Anbieter und Leistungsumfang deutlich unterscheiden können.
Lohnt sich der Vergleich mit einem Gerüst?
Für Arbeiten, bei denen ohnehin ein Gerüst nötig ist, stellt sich die Kostenfrage anders als bei einer reinen Diagnose. Laut Anbieterangaben liegen Gerüstkosten grob bei 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter eingerüsteter Fläche, zuzüglich Auf- und Abbauzeit sowie gegebenenfalls einer Sondernutzungserlaubnis für öffentlichen Raum. Geht es nur darum, den Zustand der Fassade festzustellen, kann eine Drohneninspektion diese Kosten von vornherein vermeiden. Steht dagegen bereits fest, dass repariert oder saniert werden muss, kommt man um ein Gerüst für die eigentlichen Arbeiten in der Regel nicht herum. Für eine überschlägige Rechnung lohnt sich deshalb ein Blick auf das eigene Gebäude: Bei einer reinen Zustandsprüfung ohne absehbaren Reparaturbedarf spricht die Kostenlogik meist für die Drohne; steht die Sanierung bereits fest, verschiebt sich die Abwägung, weil das Gerüst ohnehin gebraucht wird und eine vorgelagerte Diagnose dann als zusätzlicher Posten hinzukommt. Eine ausführlichere Gegenüberstellung beider Verfahren findet sich im entsprechenden Kostenvergleichs-Artikel auf dem Schwesterportal dieses Netzwerks.
Zeigt die Kosten-Nutzen-Abwägung, dass sich eine Inspektion lohnt, folgt darauf meist die Frage nach der Sanierung.
Nachweise
Alle genannten Preise (Inspektion und Gerüst) stammen ausschließlich aus Anbieter-Websites, nicht aus einer unabhängigen Studie oder amtlichen Statistik.
Angaben zur Kostenverteilung in Wohnungseigentümergemeinschaften sind allgemein gehalten und nicht im Detail rechtlich geprüft; sie ersetzen keine Auskunft der Hausverwaltung.
Der Zusammenhang zwischen Fassadengliederung/Berichtsumfang und Preis ist eine plausible, aber nicht separat quellenbelegte Einordnung.
Anzeige
Ein Wort zur Einordnung, bevor es um eine mögliche Sanierungsoption geht
Die Gesellschaft hinter diesem Portal ist zugleich Anbieterin der hier genannten Beschichtung PSCoat – der Vollständigkeit halber sei das an dieser Stelle offengelegt. Steht nach der Kostenabwägung fest, dass eine Sanierung ansteht, ist eine dünnschichtige Beschichtung eine von mehreren Optionen, die statt oder zusätzlich zu einem klassischen Wärmedämmverbundsystem auf Fassaden, Dächern und technischen Anlagen aufgetragen werden kann. Zu den Kosten von PSCoat selbst lässt sich an dieser Stelle keine geprüfte Aussage treffen – das müsste im Einzelfall beim Anbieter erfragt werden. Nähere technische Informationen zum Produkt bietet die Website von PowerSmartCoat.